Lesen lernen beginnt mit dem Anlaut
Bevor dein Kind lesen kann, muss es etwas anderes lernen: genau hinhören. Der erste Laut eines Wortes, der Anlaut, ist dabei der Schlüssel. Das klingt unspektakulär, ist aber die Grundlage für den ganzen Schriftspracherwerb. Hier erfährst du, was Anlaute sind und wie ihr sie ganz nebenbei im Alltag übt.
Was ist ein Anlaut?
Der Anlaut ist der erste Laut, den man hört, wenn man ein Wort ausspricht. Bei Maus ist es das M, bei Apfel das A, bei Sonne das S. Wichtig: Es geht um den Laut, nicht um den Buchstabennamen. Dein Kind soll mmm hören, nicht Em sagen. Diese Fähigkeit, einen einzelnen Laut aus einem Wort herauszuhören, nennt man phonologische Bewusstheit. Sie entwickelt sich meist im Kindergarten- und Vorschulalter und ist eine der wichtigsten Voraussetzungen fürs spätere Lesen und Schreiben.
Warum Anlaute so wichtig sind
Lesen heißt im Kern: Buchstaben in Laute übersetzen und diese zu Wörtern zusammenziehen. Wer den ersten Laut eines Wortes sicher hört und ihm einen Buchstaben zuordnen kann, hat das Prinzip der Schrift verstanden: Buchstaben stehen für Laute. Kinder, die vor der Schule gut mit Anlauten umgehen können, tun sich beim Lesenlernen oft leichter. Es ist also keine vorgezogene Schulaufgabe, sondern ein spielerisches Fundament.
Anlaute im Alltag üben, ganz ohne Übungsblatt
Das Schöne: Anlaute lassen sich überall üben, ohne dass es nach Lernen aussieht.
- Ich sehe was, was du nicht siehst, und das fängt mit mmm an. Ein Klassiker, der genau auf den Anlaut zielt.
- Beim Einkaufen oder Spazieren: Womit fängt Banane an? Oder: Findest du etwas, das mit S beginnt?
- Namen-Spiel: Mit welchem Laut beginnt dein Name? Mit welchem der von Oma, vom Hund, von der besten Freundin?
- Quatsch-Laute zulassen: Lacht ruhig zusammen, wenn ihr Wörter sucht. Druck ist der größte Lernkiller in diesem Alter.
Sprich die Laute dabei immer mit, also mmm statt Em. So verknüpft dein Kind Klang und Bedeutung, ohne über Buchstabennamen zu stolpern.
Vom Hören zum Schreiben
Wenn dein Kind Anfangslaute sicher heraushört, kommt der nächste Schritt: dem Laut den richtigen Buchstaben zuordnen und ihn schließlich selbst schreiben. Das passt gut in die Vorschule und in die erste Klasse. Drängle dabei nicht: Manche Kinder hören mit fünf schon mühelos heraus, andere brauchen länger. Beides ist normal.
Mit Arbeitsblättern spielerisch festigen
Wenn ihr das Anlaut-Hören ein bisschen strukturierter üben wollt, helfen Bildkarten: Dein Kind sieht ein Bild, benennt es und kreist den passenden Anfangsbuchstaben ein. Bei Lernikon gibt es genau solche Blätter für die Vorschule, und für den nächsten Schritt Blätter, bei denen der Anlaut selbst geschrieben wird. Wer dabei ist, das Lesen zu entdecken, findet auch passende Reim- und Bild-Wort-Übungen.
Passende Arbeitsblätter
Probier ein Anlaut-Blatt aus: Dein Kind sieht ein Bild und kreist den richtigen Anfangsbuchstaben ein, spielerisch und kostenlos.
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